Ubiquiti bringt mit dem UniFi 5G Backup (U5G) eine kompakte PoE-betriebene 5G-RedCap-Antenne, die in jeden freien UniFi-Port gesteckt wird und automatisch als Internet-Ausfallsicherung einspringt, fĂŒr 89 € netto (UniFi-Preise sind grundsĂ€tzlich Nettopreise, brutto rund 106 €). Plug, PoE, Play. Mit einer wichtigen EinschrĂ€nkung fĂŒr Deutschland: das Band-Profil ist ĂŒberschaubar.

🧐 Worum geht's ĂŒberhaupt?

Internet-Failover war im UniFi-Universum bisher entweder teuer oder bastelig: entweder ein grĂ¶ĂŸeres Gateway wie das UDM SE, das LTE schon mitbringt, oder ein externer Router mit USB-Modem-Stick und einer Prise Hoffnung. Beides nicht wirklich elegant.

Der U5G löst genau dieses Problem. Es ist kein neues Gateway, kein neuer Router, sondern eine kleine 5G-Antenne, die an einem beliebigen PoE-Port des Switches oder Gateways hÀngt und sich automatisch im UniFi-Controller meldet. Genau die Art von Hardware, die ich in meinem Setup haben will.

📩 Was steckt drin?

Die wichtigsten Kerneckdaten:

  • 5G RedCap (Reduced Capability), fĂŒr Backup-Szenarien perfekt: weniger KomplexitĂ€t, geringerer Stromverbrauch, mehr als genug Durchsatz fĂŒr den Notbetrieb.
  • Power over Ethernet, Standard-PoE (802.3af, 14.5 W), lĂ€uft an jedem UniFi-PoE-Port. Kein extra Netzteil, kein USB-Modem-Geraffel.
  • Flexible Indoor-Montage, Wand, Regal oder Tischfuß-Cradle. Outdoor ist nicht vorgesehen, das GerĂ€t hat 0–40 °C Betriebstemperatur und keine IP-Schutzklasse.
  • Nano-SIM + eSIM, beides drin, allerdings nicht parallel (kein echtes Dual-SIM wie beim U5G Max).
  • Native UniFi-Integration, Failover-Regeln direkt in der Network App, ohne externes Tooling.

Klassischer Ubiquiti-Move: ein GerÀt, ein Kabel, eine Aufgabe.

🎬 Das offizielle Vorstellungsvideo

Ubiquiti hat parallel zur AnkĂŒndigung ein kurzes Vorstellungsvideo veröffentlicht. Werfe lieber selbst einen Blick drauf, das spart mir 500 Wörter Beschreibung:

📡 Die Specs im Überblick

Nachdem die ersten DatenblÀtter und Reviews (u.a. von Dong Knows Tech) da sind, kann ich konkrete Zahlen liefern:

Ubiquiti UniFi 5G Backup Review (vs. U5G Max)
Hands-on review of the UniFi 5G Backup (U5G) including bands, PoE class, throughput tests and comparison with the U5G Max.
BereichWert
5G-NR-BĂ€ndern2, n5, n7, n12, n13, n14, n25, n26, n30, n38, n41, n48, n66, n71, n77, n78
LTE-BĂ€nderB2, B4, B5, B7, B13, B14, B25, B26, B30, B38, B41, B42, B43, B48, B66, B71
Throughput (Datenblatt)5G: 220 Mbit/s ↓ / 120 Mbit/s ↑  Â·  LTE: 195 / 100 Mbit/s
Throughput (real, Dong)30–85 Mbit/s ↓ / 1–3 Mbit/s ↑
SIM1× Nano-SIM (4FF) + 1× eSIM (nicht parallel)
PoE802.3af Gigabit-PoE-In, max. 14.5 W
Antennen2× omnidirektional, embedded (Gain nicht offiziell ausgewiesen)
Maße / Gewicht200 × 38 × 20.2 mm · 122 g
Betriebstemperatur0–40 °C (indoor)
IP-Schutzkeiner — nicht outdoor-tauglich

đŸ‡©đŸ‡Ș Wichtig fĂŒr Deutschland: das Band-Thema

Und genau hier liegt der Haken, den man vor dem Kauf ehrlich auf dem Schirm haben muss. Die in Deutschland relevanten BĂ€nder im Vergleich:

  • 5G n78 (3,5 GHz), ✅ unterstĂŒtzt. Das ist das Haupt-5G-Band, das Telekom, Vodafone und O2 fĂŒr den Großteil ihres 5G nutzen. In StĂ€dten und Ballungsgebieten also genau das Band, das du willst.
  • 5G n1 (2,1 GHz), n3 (1,8 GHz), n28 (700 MHz), ❌ nicht unterstĂŒtzt. n28 ist besonders fĂŒr lĂ€ndliche Abdeckung wichtig.
  • LTE B7 (2,6 GHz), B38 (2,6 TDD), ✅ unterstĂŒtzt, beides in deutschen StĂ€dten verbreitet.
  • LTE B1 (2,1), B3 (1,8), B8 (900), B20 (800), B28 (700), ❌ nicht unterstĂŒtzt. Das sind die HauptbĂ€nder fĂŒr deutsches LTE in der FlĂ€che. Insbesondere B20 und B28 wĂ€ren fĂŒr rurales Failover entscheidend.

Übersetzt: In der Stadt funktioniert der U5G in Deutschland sehr wahrscheinlich gut, n78 fĂŒr 5G, B7 fĂŒr LTE-Fallback. Auf dem Land oder in Empfangsrand-Lagen wird's eng, weil die unteren FrequenzbĂ€nder fehlen, die fĂŒr Reichweite und GebĂ€udedurchdringung sorgen.

Vor dem Kauf also ehrlich prĂŒfen: Welches Band hat mein Provider an meinem Standort? Bei Telekom, Vodafone und O2 lohnt ein Blick auf die Netzkarten oder besser noch ein Test mit einem 5G-Handy am Standort.

UniFi U5G – flexible Indoor-Montage (Wand, Regal, Cradle)
Flexible Indoor-Montage: Wand, Regal oder Tisch-Cradle — kein Outdoor-Betrieb. (Bild: Ubiquiti)

đŸ€” Warum mich das (trotzdem) interessiert

Mein Homelab lĂ€uft fast vollstĂ€ndig auf UniFi, APs, Switches, Gateway, die ganze Familie. Bislang war LTE-Failover entweder an ein grĂ¶ĂŸeres Gateway gekoppelt oder ein externer Router musste her. Der U5G macht das endlich elegant:

  1. In einen freien PoE-Port stecken, das war's, das GerÀt adoptiert sich automatisch im Controller.
  2. SIM einlegen oder eSIM per QR-Code aktivieren und Failover-Regeln konfigurieren.
  3. Im Hintergrund laufen lassen, sobald die Glasfaser stirbt, ĂŒbernimmt das Backup.

FĂŒr alle, die im Home-Office sitzen oder kleinere Standorte betreuen, und am besten in einer Großstadt mit n78-Versorgung, ist das ein echter Game-Changer. Ein Glasfaser-Ausfall heißt nicht mehr „Tag gelaufen", sondern „kurzes Umschalten, weiter geht's". Auch die realen 30–85 Mbit/s aus Dong's Review reichen locker fĂŒr Videocalls, SSH und Monitoring.

đŸ’¶ VerfĂŒgbarkeit und Preis

Der U5G ist im EU-Store von Ubiquiti gelistet, VerfĂŒgbarkeit laut Produktseite ab Juni 2026 zum Preis von 89 € netto (UniFi weist im Store immer Nettopreise aus, mit deutscher Mehrwertsteuer landest du bei rund 106 € brutto). Damit ist das GerĂ€t trotz Band-EinschrĂ€nkungen ĂŒberraschend gĂŒnstig, vergleichbare 5G-Failover-Lösungen kosten schnell das Drei- bis Vierfache.

UniFi 5G Backup (U5G)
Compact PoE-powered 5G RedCap antenna system with versatile mounting that plugs into any UniFi PoE port to provide automatic internet backup. 89 € net.
UniFi U5G im Einsatz als Internet-Backup
U5G im Einsatz: kleines GehĂ€use, große Wirkung als Internet-Backup. (Bild: Ubiquiti)

🚀 Fazit

Der U5G ist ein verdammt schlauer Move von Ubiquiti: ein winziges PoE-Modul, das aus Standard-UniFi-Setups eine WAN-redundante Lösung macht, ohne Gateway-Tausch, ohne USB-Modem-Gefrickel. FĂŒr 89 € netto ist das Preis-Leistungs-VerhĂ€ltnis fast schon unfair.

Die Krux ist das Band-Profil: fĂŒr urbanes Deutschland mit n78-5G und B7-LTE absolut tauglich, in der FlĂ€che dagegen eingeschrĂ€nkt. Wer Failover auf dem Land braucht, sollte zur „großen" Schwester U5G Max greifen oder vorher die lokale Netzabdeckung ehrlich prĂŒfen.

Vorbestellt habe ich noch nicht, aber sobald der U5G im EU-Store wirklich verfĂŒgbar ist, schlage ich zu. Dann gibt's hier den Hands-on-Bericht inklusive der entscheidenden Frage: Wie sauber lĂ€uft das Failover wirklich, wenn die Glasfaser tatsĂ€chlich mal stirbt? Wer parallel testet: gerne in den Kommentaren oder per Mail.